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Resolution gegen die Schließungspläne der Senatorin Frau Prof. Dr. Quante-Brandt für das Fach Psychologie an der Universität Bremen

Wir, die Studierenden, Dozent*Innen, Verwaltungsangestellten und Unterstützer*Innen der Universität Bremen, insbesondere des Faches Psychologie, stellen uns mit aller Entschlossenheit gegen eine Schließung der Studiengänge Bachelor Psychologie, Master Klinische Psychologie, Master Neurosciences und Master Wirtschaftspsychologie.

Wir fordern Klarheit über die aktuellen Beratungen und Überlegungen zu einer Schließung der Psychologiestudiengänge, die zwischen dem Rektorat und der senatorischen Behörde besprochen werden. Weiter fordern wir die Beteiligung an den Verhandlungen und den Einbezug der Studierenden.

Die Psychologie in Bremen ist ein stark nachgefragtes Fach mit sehr guten Studierenden und hoher Effizienz.

Wir wehren uns dagegen, dass die Psychologie in Bremen schlecht geredet wird, nur um Spargründe zu legitimieren. Hierzu die Fakten:

Jede sechste Bewerbung, die an der Uni Bremen eingeht, ist eine Bewerbung für einen Studienplatz im Bachelor Psychologie. Jede fünfte Masterbewerbung geht für einen Psychologie-Masterplatz ein. Die Zahl der Bewerbungen auf einen Studienplatz in der Psychologie nimmt jährlich zu und hat sich seit dem Wintersemester 2010/2011 von 3019 auf 6586 mehr als verdoppelt. Allein zum letzten Wintersemester haben sich 5221 Personen auf einen Bachelor-Studienplatz in Psychologie an der Universität Bremen beworben. Nur 145 haben einen Platz bekommen.

Über 85% der Studienanfänger*Innen seit dem Wintersemester 2007/2008 absolvierten ihren Bachelor- bzw. Master-Studiengang in den vorgesehen sechs bzw. vier Semestern Regelstudienzeit, was ein Beleg für die Effizienz des Studiengangs ist. Dies wurde bei der jüngsten Reakkreditierung durch Acquin ausdrücklich anerkannt.

Als bestes Beispiel für den Zuwachs an Interessenten für Studienplätze dient der Master Wirtschaftspsychologie: vom Wintersemester 2009/2010 bis zum Wintersemester 2013/2014 hat sich die Zahl der Bewerbungen von 300 auf 600 verdoppelt.

Die Psychologie in Bremen ist interdisziplinär und international erfolgreich in Forschung und Transfer und trägt zur Profilbildung bei.

Die Institute des Fachs Psychologie sind weit über die Grenzen Bremens hinaus bekannt und anerkannt. Die Forschungsschwerpunkte spiegeln sich in den drei Masterstudiengängen Klinische Psychologie, Wirtschaftspsychologie und Neuroscience wieder. Die Schließung des Bachelors würde diese Studiengänge insofern aussterben lassen, da die nicht wiederbesetzten Professuren auch für diese Studiengänge benötigten werden.

Die Forschung, die aufgrund ihrer Qualität auch hohe Drittmittelsummen erwirtschaftet, ist ein Aushängeschild der Universität und muss fortgeführt werden. Im Fach Psychologie werden umgerechnet auf alle Wissenschaftler*Innen pro Kopf und Jahr 52.000 Euro an Drittmitteln erwirtschaftet. Zu den Drittmitteln kommen Einnahmen aus den Dienstleistungen für die Region in Therapie, Beratung und Fortbildung, in denen sich die Bremer Psychologie besonders engagiert.

Absolventen*Innenstudien zeigen, dass in Bremen ausgebildete Klinische, Neuro- und Wirtschaftspsycholog*Innen, hervorragend für den Arbeitsmarkt qualifiziert werden. Ein Beispiel: In den Abschlussjahren 2012 und 2013 jeweils 31 von 44 Absolventen*Innen der Wirtschaftspsychologie direkt in einen Beruf in verschiedensten Branchen einsteigen.

Kann es sich das Land Bremen wirklich erlauben, einen so bedeutenden und gefragten Studiengang zu streichen?

Die Psychologie ist für das Land Bremen und für die ganze Region Norddeutschland extrem wichtig.

In fast allen Bereichen werden Psycholog*Innen verschiedener Ausrichtungen eingestellt und benötigt. Es gibt in Norddeutschland kaum Studienstandorte für das Fach Psychologie. Umso wichtiger ist es, den Studienstandort Bremen zu erhalten. Sollte man den gesamten Gesundheitssektor wirklich in private Hände, in Form der Jacobs- University, übergeben oder schlicht weg völlig vernachlässigen? Allein als präventive Maßnahme ist es von entscheidender Bedeutung, das Fach Psychologie als öffentliches Lehrfach existieren zu lassen.

Die psychotherapeutische Versorgung ist im Land Bremen mit 57,2 Psychotherapeuten auf 100.000 Einwohner zwar überdurchschnittlich, im umliegenden Bundesland Niedersachsen liegt diese Zahl allerdings mit 21,3 unter Bundesdurchschnitt. Lange Wartezeiten sind die Folge; von einer ausreichenden Bedarfsdeckung an Psychotherapeuten kann keine Rede sein. Ohne Nachwuchs wird sich die Versorgung in Zukunft extrem verschlechtern. Es ist völlig unverständlich, dass angesichts wachsender psychosozialer Problemlagen in allen Lebensbereichen das Studium der Psychologie an der Universität Bremen abgeschafft werden soll.

Wir protestieren gegen den Versuch, die Psychologiestudiengänge einfach aussterben zu lassen,

indem Lehrstühle von Professoren*Innen, die in Pension gehen, nicht neu besetzt werden und somit die Lern- und Lehrbedingungen immer schlechter werden. Von diesem Prozess wären in den nächsten fünf Jahren sechs von sieben Eckprofessuren betroffen. Schon jetzt ist infolge bestehender Vakanzen die Überlast so massiv, dass es kein Wunder ist, wenn sich dies im CHE-Ranking niederschlägt. Dass eine angemessene Ausstattung und professorale Lehre notwendig ist, hat auch die Reakkreditierungskommission jetzt der Universität als Auflage erteilt. Angesichts der aktuellen Situation halten wir es für unverantwortlich im Herbst weitere 300 Studierende zuzulassen.

Die Professuren dürfen nicht als Fünfjahresverträge ausgeschrieben werden, sondern müssen Bewerbern*Innen eine langfristige Perspektive bieten, da Bremen sonst als Lehr- und Forschungsstandort für Psychologen*Innen völlig uninteressant wird. Auch die Aussicht, als neu- eingestellte Professoren*Innen die aktuell 1022 Studenten „abzuwickeln“, ist völlig unattraktiv.

Wir fordern die Entfristung der Professor*Innen-Verträge, eine rechtzeitige und langfristige Neubesetzung der Professuren und damit die langfristige Sicherung aller vier Psychologie- Studiengänge in Bremen!

Der Rektor hat sich die Erhaltung der Volluniversität auf die Fahnen geschrieben. Wir nehmen ihn beim Wort und erwarten eine aktive Unterstützung zur Erhaltung des Vollfachs Psychologie in der Exzellenzuniversität.

Wir fordern alle Universitätsmitglieder, den Akademischen Senat, die Stugen, die Bürgerschaft und die Bürger des Landes Bremen auf, sich den Schließungsplänen und gegen die geplanten Einsparungen an der Universität entgegenzustellen und sich mit den Betroffenen aus dem Fach Psychologie und anderen Studiengängen zu solidarisieren.

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