Fachschaft Psychologie über die Vollversammlung vom 04.06.

Nicht nur das schöne Wetter erhitzte am Mittwoch, den 04.06. die Gemüter vieler Studierender im vollbesetzten Hörsaal an der Grazer Straße. Wir, die Fachschaft der Psychologie, hatten zu einer au- ßerordentlichen Vollversammlung geladen, um mit Politik und Rektorat über die drohenden Schlie- ßungsplänen der Psychologie in Diskurs zu gehen. Erfreulicherweise waren unserem Ruf die Bremer Wissenschaftssenatorin Frau Quante-Brandt, der Bremer Staatsrat Herr Kück, die Konrektorin für Lehre und Studium Frau Schelhowe, der Präsident der Bremer Psychotherapeutenkammer Herr Schrömgens, sowie unsere Dekanin Frau Volmerg gefolgt. Neben den Studierenden, den wissenschaft- lichen Mitarbeitern und Professoren waren auch zahlreiche Presse- und Medienvertreter anwesend, sodass der Hörsaal mit über 200 Anwesenden restlos besetzt war.

Nach der offiziellen Begrüßung stellte Johanna die den Studiengang Psychologie betreffenden Eck- punkte des Wissenschaftsplans 2020 vor und bezog eine klare Stellung zu einzelnen Punkten. Beson- derer Applaus brandete auf, als Johanna Walter Ulbricht mit den Worten „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten!“ zitierte und hier auf den eindeutig formulierten Prüfaufrag zur vermeintlichen Schließung der Psychologie hinwies. Im Anschluss gaben Frau Quante-Brandt, Frau Schelhowe, sowie Frau Volmerg Ihre Stellungnahmen zu den Schließungsplänen des Studiengangs Psychologie ab.

Vor allem die Aussage von Frau Quante- Brandt, dass der ernstgemeinte Prüfauftrag an die Universität ergebnisoffen sei, lässt uns das verbliebene Fünkchen Hoffnung und sollte weiteren Mut geben, engagiert für unser Recht auf freie Bildung und den Erhalt des Studiengangs zu kämpfen. Vernichtend, aber wenig überraschend, war noch einmal die Bekräftigung der Konrektorin, Frau Schelhowe, dass angesichts des strukturellen finanziellen Defizits, das gesamtuniversitäre Lehrange- bot im gegenwärtigen Umfang nicht aufrechterhalten werden könne. Dies erscheint besonders bizarr vor dem Hintergrund, dass der Bund gerade verlauten ließ, ab 2015 die kompletten Kosten für die Ausbildungsförderung BAföG zu übernehmen. Dies wird, laut Finanzminister Wolfgang Schäuble zu einer jährlichen Entlastung der Länder von insgesamt 1,17 Milliarden Euro führen. Der AStA Vorsit- zende Jean-Jacques Dengler betrachtet dies, als klares Zeichen, dass die im ursprünglichen Entwurf des Wissenschaftsplans 2020 eindeutig formulierte Schließung des Studiengangs damit obsolet sei. Unsere Dekanin, Frau Volmerg, stellte klar, dass ohne das Grundlagenfach Psychologie, eine wissenschaftliche Verarmung der Universität zu befürchten sei.

Weitere Rückendeckung erhielt der Studiengang durch den Präsidenten der Bremer Psychotherapeu- tenkammer, Herrn Schrömgens, der den Erhalt des Studiengangs für unverzichtbar hält und das mo- mentane Vorgehen und die Schließungspläne seitens der Wissenschaftssenatorin Frau Quante-Brandt als „Skandal“ bezeichnete. Leider blieben trotz mehrfacher Nachfrage einige Fragen unbeantwortet, wie z.B.: Warum der Senat vakante Professorenstellen lediglich als befristete Stellenausschreibungen genehmigte und so sukzes- sive die Unterversorgung der Psychologie förderte? Diese entstandene Unterversorgung hat natürlich zu einigen Folgen in Lehre, Forschung und Vernetzung geführt. Dies nun nicht als Folge der jahrelan- gen Unterversorgung, sondern als Begründung für eine etwaige Schließung im Wissenschaftsplan 2020 zu veröffentlichen, halten wir für unredlich und fordern eine klare Positionierung des Rektorats. Der Fokus der Aufmerksamkeit sollte auf dem Erhalt des Studiengangs liegen und nicht auf der Prü- fung, ob der Studiengang geschlossen werden kann! Wir bedanken uns herzlich bei allen Kommilitonen, wissenschaftlichen Mitarbeitern, Professoren und Ehrengästen. Namentlich möchten wir uns bei Frau Quante-Brandt bedanken, die sich dem offenen Dialog gestellt hat. An dieser Stelle sei gesagt:  „Sie werden von uns hören, denn WIR SIND GEKOMMEN UM ZU BLEIBEN!“

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